Spiel direkt eG: Es geht eine wichtige Präsentationsmöglichkeit verloren

Dossenheim/Heidelberg|Mai 2020 – Die Spielemesse in Essen findet 2020 wegen der Corona-Pandemie nicht wie geplant statt. Die Spiel direkt eG als Vertriebsgemeinschaft von rund 60 Verlagen weist darauf hin, dass darunter insbesondere kleine Hersteller leiden. Ihnen geht nach vielen weiteren abgesagten Spieleveranstaltungen eine weitere wichtige Möglichkeit verloren, die eigenen Veröffentlichungen vorzustellen und zu verkaufen. Die als Ersatz geplante virtuelle Messe kann diesen Verlust nur unzureichend auffangen.

Absage richtig, die Folgen könnten gravierend sein

Logo Spiel direkt eGDie Spielemesse in Essen sollte vom 22. Bis 25. Oktober 2020 stattfinden. Die weltweit führende Publikumsmesse ist für kleine Spieleverlage eine sehr wichtige Veranstaltung. Die Hersteller kommen mit den Fans in Kontakt, präsentieren dort ihre Produkte und verkaufen einen wesentlichen Teil der Produktion vor Ort.

Henning Poehl, Vorsitzender der Spiel direkt eG, befürwortet die frühe Absage dennoch. Der studierte Diplom-Biologe kann die Gefahren durch die Corona-Pandemie gut einschätzen und erklärt: „Es wäre aus meiner Sicht vor dem Hintergrund des weltweiten Infektionsverlaufs unverantwortlich gewesen, eine internationale Publikumsmesse wie die Spiel zu veranstalten. Das Risiko für Besucher, Aussteller und alle anderen Beteiligten wäre viel zu groß gewesen.“

Zugleich betont er jedoch: „Nachdem bereits mehrere andere Veranstaltungen gestrichen sind, stellt auch diese Absage viele kleine Verlage und einen Teil unserer Mitglieder vor Probleme. Es bricht ein wichtiger Absatzmarkt weg.“ Henning Poehl spricht von möglicherweise gravierenden Folgen auf die wirtschaftliche Situation der gesamten Kleinverlagsszene. Er führt aus: „Speziell die kleinen Verlage schaffen es mit ihren Veröffentlichungen kaum in den Einzelhandel. Sie haben bisher einen wesentlichen Teil der Spiele auf der Messe verkauft. Mehr noch: Viele arbeiten gezielt auf diesen Termin hin und stimmen den gesamten Veröffentlichungsprozess darauf ab. Durch die Absage können diese Verlage in eine wirtschaftliche Schieflage geraten, die für einige existenzbedrohend werden könnte.“

Virtuelle Messe nur ein kleiner Ersatz

Als Ersatz für die internationale Veranstaltung in Essen plant der Veranstalter eine virtuelle Spielemesse. Die Spiel direkt eG begrüßt diesen Schritt und freut sich darauf. Henning Poehl meint: „Es ist schön, dass die Verlage die Möglichkeit bekommen sollen, ihre Neuheiten online zu präsentieren. Das kann die reale Messe natürlich nicht ersetzen. Aber wir sind dem veranstaltenden Merz-Verlag dankbar und hoffen, dass diese Form der Darstellung bei Spielefans aus aller Welt auf große Resonanz stößt.“

Fehlende Beratung

Die Spielwarenbranche ist einer der Profiteure der Corona-Krise. Allerdings gilt das in erster Linie die großen Verlage, deren Sortiment in allen Online-Shops und im Fachhandel zu finden ist. Je kleiner die Verlage sind, desto weniger flächendeckend sind ihre Titel erhältlich. Henning Poehl sieht hier innerhalb der Branche eine große Schieflage. Er erläutert: „Während die Branche durch die Kontaktbeschränkungen insgesamt eher profitiert hat, trifft dies auf viele kleine Verlage nicht zu. Zeitweise waren zum Beispiel keine Beratung und kein Ausprobieren im Fachhandel möglich, sodass sich viele Käufer auf bekannte Titel konzentriert haben.“

Sowohl die Pandemie als auch die daraus resultierende Absage der Spielemesse in Essen trifft insbesondere die kleinen Verlage schwer. Die Spiel direkt eG appelliert daher an den Fachhandel, die Titel dieser Hersteller im Programm zu halten und ihr Sortiment möglichst entsprechend auszubauen. Als fairer und zuverlässiger Partner für Handel und Verlage sichert die Vertriebsgenossenschaft die schnelle und pünktliche Auslieferung der Titel ihrer Mitglieder zu.

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