Clevere Aktionswahl und verzahnte Mechanismen

Kaaks/Itzehoe|Sommer 2019 – Der norddeutsche Verlag Spielefaible hat sein drittes Gesellschaftsspiel veröffentlicht. „Airship City“ bietet eine spannende Herausforderung beim Aufbau einer Stadt in den Wolken. Besonderheit: Die Spieler wählen ihre Aktionen auf einer sich verändernden Auslage. Dadurch müssen sie ihre Strategie immer wieder den neuen Möglichkeiten anpassen. Das kommt an: „Airship City“ hat es auf die Nominierungsliste zum Spiel des Jahres (Jogo do Ano) 2019 in Portugal geschafft.

„Airship City“ – erneut eine spielerische Überraschung

Airship City von SpielefaibleDer Verlag Spielefaible konnte bereits mit dem vielschichtigen „Vejen“ auf sich aufmerksam machen. Der Titel „Airship City“ bietet erneut verzwickte Mechanismen, die eng miteinander verknüpft sind. Hinzu kommt das unverbrauchte Thema. Es gilt, mit fantastischen Luftschiffen den Ausbau der Wolkenstadt zu unterstützen.

Deutsche Fassung ab Juli 2019 erhältlich

Das Original stammt aus der Feder von Masaki Suga und war bisher nur vom japanischen Verlag Analog Lunchbox als Import erhältlich. Henning Voss, Inhaber von Spielefaible, zeigt sich begeistert, den Zuschlag für die deutsche Lizenz von „Airship City“ erhalten zu haben. Das Spiel galt als ein Geheimtipp der Spielemesse 2018 in Essen. Er erklärt: „Das ungewöhnliche Thema und die fein aufeinander abgestimmten Mechanismen passen perfekt zu meinem Verlag. Sie sind etwas ganz Besonderes und erschließen sich nicht im schnellen Durchgang. Der Reiz des Entdeckens hält mehrere Partien an. Damit steht ‚Airship City‘ für einen enormen Widerspielreiz, Genau das sollen die Veröffentlichungen bei Spielefaible ausmachen.“ Die deutsche Ausgabe des Titels wird ab ca. Juli 2019 im Handel verfügbar sein. Interessierte können den Leckerbissen bei der Berlin Con am 20. und 21. Juli 2019 am Stand des Verlages ausprobieren. „Airship City“ ist für 3 – 4 Personen ab 12 Jahre und dauert 75 – 120 Minuten.

„Airship City“: verzahnte Möglichkeiten

Die Hintergrundgeschichte des Titels klingt fantastisch. Die Menschen bauen eine Stadt in den Wolken. Die Aufgabe der Spieler ist es, mit ihren Luftschiffen dazu beizutragen. Dazu sammeln sie Rohstoffe, errichten Gebäude und erfüllen Aufträge. Besonders wichtig: Sie bauen weitere Luftschiffe. Diese können sie am Markt verkaufen, um weitere Investitionen tätigen zu können, oder der Stadt schenken, was ihnen Vorteile einbringt. Wer die vielen Entscheidungen mit einem glücklichen Händchen geschickt vorbereitet, seine Strategie verfolgt, aber dennoch flexibel genug bleibt, hat gute Chancen auf den Sieg.

Trotz umfangreicher Aktionsmöglichkeiten ist der Ablauf übersichtlich. „Airship City“ verläuft über fünf Etappen zu jeweils vier Runden. In jeder Runde hat jeder Spieler einen Zug, der aus mehreren Aktionen bestehen kann. Ziel ist es, die meisten Siegpunkte zu sammeln.

Mehr als Worker-Placement bei der Aktionswahl

Im Mittelpunkt des Ablaufs steht die Wahl der Aktionen. Ähnlich wie bei einem klassischen Worker-Placement-Spiel versucht jeder, seine Arbeiter geschickt über eine 16 Plättchen umfassende Auslage zu bewegen. Auf jedem Plättchen können die Spieler bestimmte Aktionen wählen. Mal beschaffen sie sich zum Beispiel Rohstoffe, mal bauen sie ein Luftschiff oder errichten ein Gebäude. Das Zusammenspiel der Aktionen ist für den Erfolg von großer Bedeutung. Daher kommt es auf eine gute Strategie und Weitsicht an.

Doch ein Kniff verändert die Auslage immer wieder: Jeder kann gegen Abgabe eines Getriebepunktes die Auslage nach bestimmten Regeln verändern. So rücken Felder näher an die eigenen Arbeiter heran oder ein Gegner verschiebt das gewünschte Ziel plötzlich. Da die Wahl einer Aktion zugleich von der Position der eigenen Arbeiter abhängt, entbrennt ein ungemein spannender und abwechslungsreicher Kampf um den Sieg beim Bau der Wolkenstadt. Alle sind jederzeit gefordert, nicht nur die eigene Strategie zu verfolgen, sondern taktisch auf die Veränderungen zu reagieren.

Der Sieg ist ohne zielstrebiges Sammeln der wichtigen Ressourcen Holz, Metall und Getriebe sowie Geld nicht möglich. Zugleich belohnt die Wolkenstadt die Spieler, die sich an öffentlichen Bauten beteiligen und Aufträge erfüllen. Beides bremst jedoch die Fabrikation der wichtigen Luftschiffe aus. So wird bei „Airship City“ aus einem einfachen Ablauf ein Vergnügen voller spannender Möglichkeiten und Abwägungen. Denn die vielen Aktionsmöglichkeiten und die damit verbundenen Boni sind eng verzahnt. Der abwechslungsreiche und außergewöhnlich clevere Mechanismus fordert Kenner dadurch zum Ausprobieren immer neuer Strategien heraus.

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